Düsseldorfer Tafel. Helping Hands.

 

Von der Hand in den Mund.

„Pro bono“ ist lateinisch. Ich glaube, es bedeutet: „Für einen Award.“ Zumindest denke ich das jedes Mal, wenn ich mir eingereichte Arbeiten bei großen Kreativshows ansehe. Der Nutzen für den Charity-Kunden ist im besten Falle Aufmerksamkeit – insbesondere für die Werbeagentur.

Umso erfreulicher, dass wir für die Düsseldorfer Tafel mehr als nur einen einzigen Weg fanden, beträchtliche Spendeneinnahmen zu generieren und gleichzeitig auf kreativer Ebene gewürdigt zu werden. Wie hier mit einem Bronze Löwen in der Kategorie „Direct“ bei den Canneslions 2013 in, Sie erraten es, Cannes.

duesseldorfer_tafel_gab

 

Von einem Flyer wird niemand satt.

„Wenn schon in einer Schublade landen, dann in einer Besteckschublade“ machte ich meiner damaligen Art Directorin (und jetzigen Logo-Entwicklerin, wenn sie nochmal oben links schauen möchten) Jessica Neubauer Mut. Denn in ihrer Anzeigen-Grundidee von einer Gabel in Form einer geöffneten Hand steckte mehr Potenzial: ein echtes Produkt, das die Tafel für ihre Zwecke zu echten Spendengeldern machen konnte.

Das sah nicht nur die Düsseldorfer Tafel genauso. Glücklicherweise erklärte sich auch WMF bereit, uns zu helfen. Begeistert von der Idee wurde gemeinsam mit dem Weltmarktführer aus Süddeutschland acht Monate lang an der Serienreife der Gabel mit den unterschiedlichen Zinken gefeilt.

In Düsseldorf schrieben wir im Kreations-Team noch ein Konzept drumherum – in Form einer raffinierten Spendenmechanik, die die Menschen direkt beim Essen zum Spenden brachte. Denn ganz in der Tradition von etwa Weihnachtsmarkt-Bechern wurde die Gabel gegen ein Pfand zum Beispiel auf Gourmetfestivals ausgegeben. Wer die Gabel zurückgab, bekam sein Geld zurück. Wer sie mit nach Hause nahm, spendete sein Gabel-Pfand automatisch an die Düsseldorfer Tafel.

Im Folgenden der Casefilm. Das Passwort sende ich gegen Anfrage gerne zu.

Helping Hands from Markus Bredenbals on Vimeo.

So gelang es uns ein weiteres Mal, ein Markenzeichen der Düsseldorfer Tafel in Szene zu setzen: Menschen nicht aus Mitleid für Bedürftige zum Spenden zu bringen. Sondern aus rheinischer Freude.

Und diese Freude brachte handfeste Erlöse. Mit einer fünfstelligen Spendensumme zeigte sich die Düsseldorfer Tafel mehr als zufrieden. Genau wie wir, die (bei aller Digitalisierung) ein analoges Medium erschaffen hatten, das in Sachen Interaktion neue Maßstäbe setzte.

 

Hungrige Kreative.

Helping hands für die Düsseldorfer Tafel. Ein Projekt, bei dem ich als Kreativdirektor das Glück hatte, mit Jessica Neubauer und Piet Fischer ein ausgezeichnetes Art/Copywriter-Team führen zu dürfen.