Drei Minuten Funk.

Ladenfunk für einen Riesling. Ich kann mich gut daran erinnern, wie stolz ich als blutjunger Texter mit meinem damaligen Kreativdirektor zur allerersten Sprachaufnahme in ein Tonstudio fuhr. Auf der Fahrt erkundigte ich mich nach den Sprechern, die wir dort antreffen würden. „Einer hat abgesagt – der Job war ihm zu doof“ erzählte mir mein CD wie es sich bei einem Riesling gehörte: trocken.

Verachtung für Radiowerbung ist gesellschaftlich anerkannt. Ich seh das komplett anders. Es braucht nur Texte, die Leute anders hören können. Mit einer charmanten Idee, Freude am Storytelling und tollem Casting schmeißt man es an, das Kino im Kopf. Und niemand, wirklich niemand, braucht dabei ein gebrülltes „Ich liebe dich“ als Happy End.

 

Funk Auswahl from Markus Bredenbals on Vimeo.

 

Freier texten. Für Kreativwettbewerbe.

Eigentlich gibt es nur eine einzige wirklich „echte“ Kreativkampagne im Radio. Und ironischerweise kostet sie den Werbetreibenden keinen Cent: die Radiogattungskampagne „Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.“

Von dieser Kampagne einmal abgesehen, hört man die meisten tollen Spots in der Regel zum ersten Mal bei Kreativwettbewerben. Und in ganz speziellen Fällen hört man Tage vor der Verleihung davon, auf Shortlist oder Treppchen gelandet zu sein.

Wie Ramses, Radiostars und Shortlist in Cannes, die mir ein Lächeln auf die Lippen zauberten. So, wie es gute Radiowerbung eben auch macht.

 

Es müssen nicht immer Copywriter sein.

An meine Funkspots ließ ich nicht nur Texter und einen CD. Die schönen Funkspots für die Philharmonie Essen wären beispielsweise ohne meinen ehemaligen Art-Partner Adrian Butnariu gar nicht entstanden.